Auszug aus dem Bericht:
Der Bürgerverein Ofenerdiek, HUGO (Handel und Gewerbe Oldenburg) und die Arbeitsgemeinschaft der Ofenerdieker Vereine befürchten erhebliche Verkehrsstörungen sowie Einschränkungen der zukünftigen Entwicklung im Stadtteil Ofenerdiek, wenn mit der Inbetriebnahme des Jade-Weser Ports die Bahnübergänge Am Stadtrand und Karuschenweg durch den erhöhten Eisenbahnverkehr häufiger geschlossen sein werden.
In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 16.05.2011 wurde die Verwaltung beauftragt,
die Aufhebung des Bahnüberganges Am Stadtrand durch eine höhenungleiche Bahn- kreuzung voranzutreiben. Ausschlaggebend dafür war, dass entgegen der bisherigen Ein- schätzung nur durch eine Aufhebung des Bahnüberganges eine zukunftsfähige Lösung für die weitere Entwicklung des Stadtteils Ofenerdieks gesehen wird. In der Sitzung vom 04.07.2011 hat der Rat Haushaltsmittel in Höhe von 125.000 € für die Erstellung einer Machbarkeits- studie einschließlich einer grundlegenden Variantenuntersuchung bereitgestellt. Bei einem Gespräch am 15.12.2011 mit Vertretern der im Rat der Stadt Oldenburg vertretenen
Parteien sowie Vertretern des Bürgervereins Ofenerdieks, HUGO und der Arbeitsge- meinschaft der Ofenerdieker Vereine wurde von der Verwaltung der aktuelle Zwischenstand der beim Ingenieurbüro BPN beauftragten Machbarkeitsstudie vorgestellt.
Danach gibt es grundsätzlich die folgenden 4 Lösungsmöglichkeiten, den Bahnübergang
durch ein vom Bahnverkehr unabhängiges Kreuzungsbauwerk zu ersetzen:
1.) Hochlegung Straße (Brücke)
2.) Tieflegung Straße (Straßentrog)
3.) Hochlegung Eisenbahn
4.) Tieflegung Eisenbahn
Bei näherer Betrachtung der Lösungsansätze zeigt sich, dass sowohl die Hochlegung der
Straße, als auch die Tieflegung der Eisenbahn voraussichtlich nicht umsetzbar sein werden.
Eine Straßenbrücke ließe sich praktisch weder funktional noch städtebaulich in das bauliche
Umfeld integrieren; eine Tieflegung der Eisenbahn wäre ohne eine zeitlich längere Sperrung
der Bahnstrecke nicht umsetzbar und darüber hinaus auch von den Kosten voraussichtlich umein Mehrfaches teurer, als die anderen Lösungsansätze.

Aus methodischen Gründen werden die beiden Lösungsansätze ebenso wie die Nulllösung
(Beibehaltung des Bahnübergang mit zusätzlichen Abbiegespuren (Anm. im Plan unter Abbiegespuren Variante O+) im Gesamtvergleich weiter mit betrachtet.

Tieflegung Straße (Straßentrog)

Die weitergehenden Untersuchungen zeigen, dass sich ein Straßentrog mit entsprechendem
hohen baulichen Aufwand funktional und städtebaulich in das bauliche Umfeld einfügen lässt. Für den Bau einer Straßenunterführung werden zusätzliche Flächen in erheblichem Umfang beansprucht. Ein Eingriff in die Grün- und Gehölzflächen zwischen der Ofenerdieker Straße und dem EDEKA Markt sowie in den Bestand des Grundstückes Am Stadtrand Nr. 1 lässt sich dabei nicht vermeiden.
Mit der Schließung der Bahnübergänge Am Stadrand und Karuschenweg müssen alle Ver- kehrsteilnehmer allerdings Umwege sowie erhebliche Höhenunterschiede überwinden. Aufgrund einer Längsneigung < 3 % können mobilitätseingeschränkte Personen und Fuß- gänger vom Grundsatz „barrierefrei“ geführt werden. Umwege für Radfahrer, Fußgänger und mobilitätseingeschränkte Personen sind gegenüber der Nulllösung aber unvermeidlich. Insbesondere die Situation für Fußgänger und mobilitätseingeschränkte Personen wird deutlich verschlechtert.
Die bislang vorhandene fußläufige Verbindung zwischen dem Zentrum Ofenerdieks
und dem EDEKA Markt etc. entfällt. Für Schulkinder aus den Siedlungsteilen westlich
der Bahnlinie mit dem Ziel Schulzentrum Ofenerdiek ergeben sich teilweise erheblich längere
und dadurch schwieriger zu bewältigende Schulwege. Durch die gleichzeitige Aufhebung des
Bahnüberganges Karuschenweg ergibt sich zusätzlicher Durchgangsverkehr in den westlichen
Wohngebieten z.B. im Zanderweg, Karpfenweg etc..

Variante A (Im Plan unter Variante T)

Im Juni 2011 wurde diese Variante bereits als Planungskonzept für eine Straßenunterführung
im VKA vorgestellt. Danach verschiebt sich die Bahnkreuzung um ca. 140 m nach Norden.
Auf der Westseite der Bahnlinie wird das Kreuzungsbauwerk über eine Straßenrampe in südlicher
Richtung an die Straßen Am Stadtrand und Am Alexanderhaus angebunden. Auf der
Ostseite der Bahnlinie schließt das Kreuzungsbauwerk über zwei Straßenrampen an die Ofenerdieker
Straße im Norden und die Weißenmoorstraße im Süden an das bestehende Straßennetz
an. Beide Rampen werden auf einer Länge von ca. 280 m parallel zur Ofenerdieker
Straße geführt, über die weiterhin die dortige Geschäfts- und Wohnbebauung erschlossen
werden kann. Fußgänger und Radfahrer werden im Bereich der Rampe auf der Westseite der
Bahnlinie beidseitig an die Unterführung herangeführt und in den Rampenbereichen auf der
Ostseite der Bahnlinie jeweils einseitig nach Norden und nach Süden weiter geführt. Dadurch
können insbesondere die Umwege für Fußgänger und Radfahrer in südliche Richtung auf ca.
230 m minimiert werden. Durch den rechtwinkligen Kreuzungswinkel ergibt sich zum einen eine sehr enge Kurvenführung, die für längere Fahrzeuge nur sehr schlecht zu befahren ist, zum anderen werden die Parkplätze des EDEKA Marktes stark dezimiert.

Variante B (Im Plan unter Variante S)

Im Gegensatz zur Variante A wird bei der Variante B die Bahnlinie schiefwinklig gekreuzt. Dadurch können die Parkplätze des EDEKA Marktes weitestgehend erhalten werden.
Durch den Verzicht auf die östliche Rampen in Richtung Weißenmoorstraße und durch nur
einen einseitigen 2-Richtungsradweg kann zwar der bauliche Aufwand deutlich reduziert werden. Für Fußgänger und Radfahrer ergibt sich aber dadurch in südlicher Richtung mit einer Länge von ca. 550 m ein mehr als doppelt so langer Umweg gegenüber der Variante A.
Darüber hinaus ist es aufgrund der neuen Einmündung in die Ofenerdieker Straße unausweichlich, die Zufahrten zu den Grundstücken Ofenerdieker Straße Nr. 40, 44 und 48 zum Nachteil der dortigen geschäftlichen Nutzung stark einzuschränken bzw. ganz aufzu- heben.
Auch die öffentlichen Längsparkplätze in dem Bereich müssen wegen der neuen Einmündung
ebenfalls aufgehoben werden.

Variante C (Im Plan unter Variante Y)

Um die Vorteile der Varianten A und B zusammen zuführen, wird die Bahnlinie entsprechend
der Variante B schiefwinklig gekreuzt. Ansonsten bleibt das planerische Grundprinzip der Variante A bestehen.
Dadurch können zum einen die verkehrlichen Vorteile der Variante A erhalten bleiben, andererseits wird die Existenz des EDEKA Marktes durch den Erhalt der notwendigen Parkplätze nicht bedroht.
Das schiefwinklige Kreuzungsbauwerk erfordert mit rd. 60 m eine deutlich größere Stützweite
für die Eisenbahnbrücke als bei den Varianten A und B. Durch den Bau einer Stabbogen- brücke wie bei dem Straßentrog an der Ammerländer Heerstraße lässt sich dies aus technischer Sicht bewerkstelligen; der bauliche Aufwand wird daher allerdings noch weiter erhöht.
Variante O+ bedeutet : Abbiegespuren im Bereich Am Stadtrand, Am Alexanderhaus, Ofenerdiker Str.,Weißenmoorstr. und Verkehrssteuer-
ung über zuggesteuerte Ampelschaltungen
Bei dieser Variante überwiegen aus unserer Sicht die Nachteile : U.a. weiterhin Staubildungen an den BÜ, unterbrochener Lärmschutz an
den BÜ, keine Lösung für die Zukunft in Bezug auf Erhöhung des Kfz- und Güterzugverkehrs.

Variante T

Variante S

Variante Y

PRO Unterführung

Barriere freier Verkehr für alle

Klarer Verkehrsfluss ohne Rückstau

Ampelschaltungen ohne Zugsteuerung

Weniger Ampeln

Durchgehender Lärmschutz vom Bahnweg bis Bürgerbuschweg

Kein Verlust von Parkflächen durch Aufstellspuren im Geschäftsbereich

Verringerung des Durchgangsverkehrs Ofenerdieker Str.

Sichern der Lebensqualiät für folgende Generationen

Wertsteigerung der Immobilien nach
Abschluss aller Arbeiten

Bau der neuen Führung unabhängig vom fließenden Verkehr möglich

Aufwertung der Wirtschaftsbetriebe durch ständige Erreichbarkeit

Keine Unfallgefahr durch Fahrzeuge auf dem Übergang bei Staubildung oder Kinder, die unter der Schranke durchfahren (Sichthöhe!)

CONTRA Unterführung

Verlust der Übergänge Karuschenweg und Am Stadtrand

Längere Wege für schwachen Verkehr
Aalweg - Paul-Tantzen-Str. ca. +500 m
Aalweg - Weißenmoorstr. ca. + 20 m
Am Stadtrand - Paul-Tantzen
Am Stadtrand - Schule
Mehrbelastung der Neben- straßen als Zubringer ( Zander- weg / Karpfenweg .. )

Verlust von Bauland im Bereich Ofenerdieker Str.

Höhere Baukosten

Zerschneidung des Stadtteils ?

Die Kosten der Machbarkeitsstudien für die Varianten 1 bis 5 sind als PDF Datei "Machbarkeitsstudie" im Ratsinforma- tionssystem hinterlegt.
Link zum Ratsinformationssystem der Stadt, Verkehrsausschuss vom 16.04.12